Vorstellung der Weltkugel-Stiftung
zum 15-jährigen Gründungstag - 15. August 2008
Sehr geehrte Damen und Herren,
verehrte Gäste,
ich erspare jetzt Ihnen und mir noch einmal die direkte, namentliche Begrüßung unserer Ehrengäste. Herr Fischer hat Sie alle, im Namen des Vorstandes, zu unserer Feier der 15-jährigen Wiederkehr des Gründungstages unserer Stiftung, herzlich begrüßt. Ich schließe mich dieser Begrüßung genau so herzlich an und heiße Sie alle willkommen.
Verehrte Gäste,
15 Jahre Weltkugel-Stiftung ist nach Meinung des jetzigen Vorstandes, Zeit für einen Rückblick über das Erreichte und ein guter Zeitpunkt die Zukunft klar abzustecken.
Von den insgesamt über 30 durch Rückführung, nach der Wiedervereinigung Deutschlands, erhaltenen Immobilien, in den neuen Bundesländern, sind heute noch 19 Häuser/Grundstücke in unserem Bestand. Für einige nicht mehr rückübertragbare Grundstücke erfolgten Entschädigungszahlungen durch Bar-Zustiftungen.
Die Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ als Stifter und die Vertreter aller 42 Tochter-Logen, die bundesweit unter dem Dach der Großloge arbeiten, haben ein Recht darauf zu erfahren, was passiert und wie der Vorstand die Umsetzung der Satzung zum Wohle des Stiftungszweckes und damit auch für die Freimaurerei erfüllt.
Hier nenne ich kurz gefasst, die Zweckbestimmungen, die vier Hauptauf- gaben, der Weltkugel-Stiftung:
- 1. Förderung von Investitionen in den stiftungseigenen, denkmalschützten Grundbesitz,
- 2. Caritative Hilfe für soziale, mildtätige und gemeinnützige Einrichtugen
- 3. Unterstützung von Kultur und Bildung durch die der Allgemeinheit zugänglichen Veranstaltungen,
- 4. Förderung eines freimaurerischen Museum als Gedenkstätte für die, durch die Nationalsozialisten, aufgelösten Freimaurerlogen in Berlin.
Im weiteren Verlauf gab es auch turbulente Zeiten in der Stiftung, jetzt gibt es gute Gründe, mit einer Feierstunde, die vergangenen 15 Jahre zu bedenken.
Das heutige Treffen hat weiter das Ziel, auch den Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu zeigen, dass die Weltkugel-Stiftung und damit auch die Freimaurerei, ein verlässlicher Partner, bei der Sanierung und bei der Bewirtschaftung der Immobilien sind. Diese Sonderimmobilien, denn alle Logenhäuser waren Häuser, der gesellschaftlichen Begegnung, mit großen Sälen, in zentraler Lage in den Städten, manche auch mit einzigartiger Architektur, sie sind ein Kleinod . Deshalb sind fast alle Häuser Baudenkmäler, die allerdings auch kostenaufwendig zu sanieren sind.
Nach diesen einleitenden Worten gebe ich Ihnen gern einen komprimierten Überblick, über die vergangenen Jahre und den heutigen Stand, der wesentlichen Liegenschaften.
Viele Immobilien konnten erst in teilweise langen Verhandlungen zurück
geführt werden. Es begann eine umfangreiche Sanierung an vielen Häusern, wobei die Finanzierung dieser Maßnahmen nur mit Hilfe von Krediten erfolgen konnte. Nach der anfänglichen Euphorie bei der Stiftungsgründung kamen auch schwere Zeiten. Die Vermietung der Häuser gestaltete sich im Hinblick auf das immer problematischere, wirtschaftliche Umfeld zum Teil sehr schwierig, so dass die Kalkulation der Kapital- und Bewirtschaftungs-kosten in vielen Fällen nicht aufging.
Auf diese Entwicklung musste die Stiftung reagieren. Zum Einen wurden Immobilien verkauft, um das Kreditvolumen zu verringern, zum anderen wurde nur gegen Übernahme aller Betriebskosten vermietet, um die Kosten-rechnung zu entlasten, dem Leerstand und damit dem Verfall entgegen zu wirken.
Um die Gemeinnützigkeit nicht zu gefährden, wurde daher auch der Stiftungszweck, um die Denkmalpflege in den stiftungseigenen Grundbesitz erweitert. Damit konnten die hohen Aufwendungen stiftungsgerecht ausgewiesen werden. Zur weiteren Gesundung wurden ab dem Jahr 2004 gezielt Grundstücke verkauft, die aufgrund ihrer Lage und/oder ihres Zustandes nicht nachhaltig mit Erfolg zu bewirtschaften waren.
Ich will nur einige Verkäufe nennen:
- Logenhaus Güstrow, an unsere dortigen 3WK-Loge „Phoebus Apollo“, 2005
- Logenhaus Potsdam, an den Initiator der Stiftung Oswald Kammann, 2005
- Logenhaus Frankfurt/Oder, an das Land Brandenburg, 2006, Nutzer ist die Europa Universität „Viadrina“
- Grundstück Wallstr., ehem. Splittgerbergasse in Berlin-Mitte, 2007 hier war der Sitz der Großloge bis 1935
Wie sehen nun die Zukunftsaufgaben aus:
Weitere Verkäufe oder Erbbaupachtverträge werden notwendig, um die noch bestehenden Kredite mittelfristig zu tilgen. Es gibt für einige Häuser, wie z.B. in Halle und Magdeburg, keine Möglichkeit der freimaurerischen Nutzung und keine Sanierungsmöglichkeiten aus eigener Kraft. Die Ablösung von Fremd-mitteln bleibt unser erstrebtes Ziel..
Das Logenhaus Halle
Das Logenhaus Halle, ist unsere größte Immobilie, mit rd. 10.000 qm Grundstück und knapp 4.000 qm Nutzfläche. Dieses alte, ab 1822 gebaute, Logenhaus am Moritzburgring 10 (Loge „Zu den drei Degen“), direkt am Saaleufer, wurde bis zur Rückführung an die Weltkugel-Stiftung von der Martin-Luther Universität, Halle genutzt und steht jetzt leider leer und verfällt. Der Sanierungsaufwand für das Haus beträgt ca. 8 Mio €. Verschiedene von potentiellen Käufern und von uns entwickelte Konzepte haben sich bisher leider zerschlagen.
Das Logenhaus Magdeburg
Das Logenhaus Magdeburg, dieses sehr schöne alte Logenhaus in der Weitlingstr. 1a (Loge „Ferdinand zur Glückseligkeit“) wurde Jahrzehnte als Stadtbibliothek genutzt und schon, vor der Rückführung, mit erheblichem Aufwand von der Stadt saniert. Seit dem Auszug der Stadtbibliothek steht das Haus leer. Es laufen konkrete Verkaufsverhandlungen, die voraussichtlich noch in diesem Jahr zu einem guten Ergebnis führen. Doch auch hier ist der Sanierungsbedarf ca. 2 Mio €.
Die weiteren Schwerpunkte der Arbeit des Vorstandes liegen in der Instandsetzung und Renovierung aller dauerhaft in der Stiftung verbleibenden Logenhäuser. Bei den langfristigen Nutzungsverträgen der Immobilien übernehmen diese Aufgaben in der Regel die Pächter bzw. Nutzer, wir begleiten die baulichen Aktivitäten. Über unsere Hausverwaltung wird die optimale Vermietung, als wirtschaftliche Basis der Stiftung sicher gestellt, z. Zt. haben wir für alle vermietbaren Häuser eine Vollvermietung.
Und jetzt noch eine ganz aktuelle Information, wir haben gestern in Jena den kompletten Austausch aller Fenster im Haus erfolgreich, im festgelegten Kosten- und Terminrahmen, mit der Abnahme abgeschlossen.
Die weiteren Liegenschaften, mit unseren sozial engagierten Nutzern, sind:
in Bernburg, die evangelische Jugendstiftung,
in Luckau, die Stadt, mit Kreismusikschule und die Loge „Zum Leoparden“,
in Jena, die Friedrich Schiller Universität, mit dem Institut für Sprachen und Kultur des Vorderen Orients und Islamwissenschaft
in Neuruppin, das Deutsche Rote Kreuz, mit einem Kinderheim und die Loge „Ferdinand zum roten Adler“,
in Perleberg, die Stadt, die dort eine Jugendbegegnungsstätte führt,
in Staßfurt, der Theaterförderverein mit dem örtlichen „Salzlandtheater“,
in Zerbst, der Förderverein der eine Freie Freinet-Schule betreibt.
In den Städten Bautzen, Blankenburg, Eberswalde, Eisenach, Pasewalk und Wernigerode, sind die Häuser mit Wohnungen und/oder Gewerbe genutzt und vollständig vermietet. Zusätzlich arbeiten, wie wir Freimaurer sagen, in den Häusern:
in Eberswalde die Loge „Friedrich Wilhelm zu den drei Hammern“ und
in Wernigerode die Loge „Zum starken Licht am Brocken“.
Der Wunsch des Stifters, allen 1934/35 geschlossenen Logen wieder eine Heimstadt zu geben, ging nicht in allen Orten der neuen Bundesländer in Erfüllung.
Natürlich arbeitet der Vorstand auch daran mit, die Freimaurerei in den Städten, in denen die Liegenschaften liegen, wieder mehr positiv bekannt zu machen und - leider bestehende - geschichtlich bedingte Vorurteile, durch Aufklärung, abzubauen. Wir verfolgen gerne das Ziel, dass in den Häusern auch wieder freimaurerisches Leben, parallel zu den Aktivitäten der Nutzer, einziehen kann.
Bei allen vertraglichen Veränderungen, zu den Grundstücken, wird von uns die Möglichkeit einer zukünftigen freimaurerischen Mitnutzung berücksichtigt.
An fast allen Logenhäusern haben wir inzwischen Gedenktafeln zur Geschichte des Hauses und der ehemaligen, von den Nationalsozialisten geschlossenen, Logen angebracht. Diese Logen, die bis zu ihrer Auflösung, stets auch karitativ in ihre Region ausgestrahlt haben und dies – wie alle unsere Logen das auch heute tun – wieder aufnehmen, wenn sich eine örtliche Loge neu gründet. Jeder Bürgermeister soll zukünftig stolz darauf sein, wenn es eine aktive Loge in seiner Stadt gibt.
Den Brüdern Freimaurer wollen wir zeigen, dass es sich gelohnt hat die Stiftung zu unterstützen und den Verantwortlichen zu vertrauen.
Es wird, in naher Zukunft, die Zeit kommen, dass wieder die karitativen Leistungen der Weltkugel-Stiftung im Vordergrund stehen werden.
Wir, der Vorstand, sind überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Ich möchte es an dieser Stelle nicht versäumen, mich in Namen des Vorstandes, für die zum Teil schon langjährige und sehr kooperative Zusammenarbeit bei allen Stiftungsratsmitgliedern herzlich zu bedanken.
Wir wünschen allen Beteiligten und uns weiterhin Erfolg zum Wohle unserer Weltkugel-Stiftung.
Jörgen Schmidt -Olufsen, Vorstandsvorsitzenden